Museum für PuppentheaterKultur

Ausstellung

02.09.2010 bis 30.01.2011


Sonderausstellung „BROSS 100 - Einhundert Figuren aus Meisterhand“

Eine Gedächtnisausstellung zum einhundertsten Geburtstag des Figurengestalters Fritz Herbert Bross (1910-1976).

Mit einer umfangreichen Gedächtnisausstellung wird im PuK des bildnerischen Schaffens von Fritz Herbert Bross gedacht. Seine geschnitzten Handpuppen und Stabfiguren verliehen der westdeutschen Puppenspielszene nach dem Zweiten Weltkrieg eine besondere künstlerisch-prägnante Note; etliche herausragende Marionettenschöpfungen und seine Lehrtätigkeit auf dem Gebiet der Marionettentechnik machten Bross weltberühmt.
Aus dem Bestand von 177 Bross-Theatralia der Landessammlung Rother bzw. der PuK-Sammlung und einigen Leihgebern wurden 100 Exponate ausgewählt, um die künstlerische Entwicklung in vier Jahrzehnten Gestaltertätigkeit aufzuzeigen und sein Werk einem heutigen Publikum nahe zu bringen.

Zur Sonderausstellung ist der umfangreiche Ausstellungskatalog BROSS 100 in Zusammenarbeit von PuK/Bad Kreuznach der UNIMA/Deutschland und dem Verleger Wilfried Nold/Frankfurt zum Einführungspreis von 6,00 € erschienen
(70 Seiten mit interessanten Beiträgen und zahlreichen Fotos - ISBN 978-3-935011-77-8).

Aus dem Vorwort zum Ausstellungskatalog BROSS 100:

Vor 100 Jahren wurde Fritz Herbert Bross geboren. Er hat seit den 50er Jahren das deutsche Marionettenspiel grundlegend beeinflusst, verändert, modernisiert. Er hat aus der Marionette ein dem Spieler lebendiges, sensibles Gegenüber gemacht.

1805 verfasste Heinrich von Kleist seinen beinahe utopisch zu lesenden Aufsatz:
»Über das Marionettentheater«. Auch nachdem er ihn 1810 endlich veröffentlicht hatte, wurde dieser Aufsatz kaum rezipiert. Erst im 20. Jahrhundert begann ein breiteres intellektuelles Interesse an Kleists Überlegungen zu tänzerischer Bewegung und Bewusstheit, zu Schwerkraft und Pendel. Angeregt von diesem Aufsatz hat Fritz Herbert Bross die Möglichkeit der Bewegungen einer Marionette befragt, studiert, entwickelt. Wie verbindet man Schwerpunkte, Farben, Licht, Bewegungen zu unvergesslicher Grazie?

Bross hat seine Forschungen und sein Wissen in Deutschland in unzähligen Kursen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden erprobt und weitergegeben. Diese ausgezeichnete Verbindung von Forschung und Didaktik wird in unserem Heft von verschiedenen Kursteilnehmern beschrieben. Sein bekanntester Schüler Albrecht Roser konnte Bross’ Erkenntnisse nicht nur weiterentwickeln, er hat sie auch in internationalen Seminaren verbreitet. Denn von Bross selbst gibt es nur wenig schriftliche Äußerungen zu seiner eigenen Arbeit.

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 02. September 2010, 18.30 Uhr


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