Menschen in der Stadtverwaltung

Petra Sinß (Bauaufsicht): Gewerbegebiete mit mehr Grün aufwerten

Bei einem Ortstermin mit dem Architekten Dieter Gerharz informierte sich Petra Sinß über den Baufortschritt der 10.000 Quadratmeter großen Lagerhalle von Holz Kurz. Foto: Pressestelle StadtverwaltungHat der Bauherr die Bauvorschriften eingehalten, sind Eingänge auch behindertengerecht, wurden die Begrünungsmaßnahmen umgesetzt etc.? Auf ihrer Checkliste hat Petra Sinß einiges abzuhaken. Sie arbeitet bei der Bauaufsicht und ist zuständig für das östliche Stadtgebiet sowie Winzenheim und Bosenheim. Daher gehören die großen Baustellen im Gewerbegebiet Schwabenheimer Weg/Bosenheimer Straße zu ihrem Arbeitsbereich. Die neue 10.000 Quadratmeter große Lagerhalle von Holz Kurz sowie der Neubau des Edeka-Centers sind voraussichtlich im Juni fertig. Bislang hat es dort keine Probleme gegeben. „Dort ist man für Anregungen sehr offen.“ So waren Vertreter des städtischen Behindertenbeirates zu einem Abstimmungsgespräch für das neue Edeka-Center eingeladen. Nun ist Petra Sinß gespannt, ob es neben einer behindertengerechten Toilette, auch ein spezielles Leitsystem und eine Kasse geben wird, an der ein besserer Service für behinderte Kunden möglich ist.

Bei solch großen Bauprojekten verläuft die Zusammenarbeit meist reibungslos. Zum Start versammeln sich Bauherr, Architekt und die Vertreter der verschiedenen Behörden am runden Tisch und klären alles ab. Ganz anders hingegen verläuft es häufig bei kleinen Bauprojekten, wie Umbau und Erweiterung, aber auch bei genehmigungspflichtigen Neubauten. Dann haben es Petra Sinß und ihr Kollege Siegfried Feick immer wieder mit mangelhaften Antragsunterlagen und dementsprechend ungeduldigen Bauherrn zu tun. „Falsche Berechnungen, falsche Angaben zum vorhandenen Geländeverlauf und zu den Nachbargebäuden“, nennt sie Beispiele. Petra Sinß, die bis 1994 drei Jahre lang als Architektin in einem Bad Kreuznacher Büro arbeitete, wundert sich, wie unprofessionell zuweilen die Arbeit erledigt wird. Besonders ärgert sie es, wenn ganz bewusst von genehmigten Bauunterlagen abgewichen wird oder die Behörde bei Nachbarschaftsstreitigkeiten instrumentalisiert wird, Doch in den allermeisten Fällen gibt es eine einvernehmliche Regelung. Nur ganz selten sind Ordnungswidrigkeitsverfahren oder gar Baustopps nötig. Stoppen musste sie vor zwei Jahren den Umbau einer Villa im Brückes. „Nachbarn hatten uns darauf aufmerksam gemacht, dass dort mehr gebaut wurde, als genehmigt war.“ Doch der Fall konnte damit gelöst werden, dass der Bauherr auf ein Geschoss verzichtete.

Petra Sinß sieht ihre Aufgabe aber nicht nur in der Kontrolle. Sie ist vielmehr auch Ratgeberin, etwa bei einer adäquaten Gestaltung der Gebäude oder bei den Grünflächen, die beispielsweise im Gewerbegebiet im Schwabenheimer Weg und in der Bosenheimer Straße dringend aufzuwerten sind. „Das Bauamt vor Ort“: derzeit klärt sie mit Kollegen und Vorgesetzten ab, ob es sinnvoll ist, pro Monat eine Sprechstunde in Bosenheim abzuhalten. „Dort gibt es eine recht große Nachfrage“.

Obwohl sie in einer kleinen Gemeinde am Rande des Hunsrücks wohnt, engagiert sich die 42-Jährige auch in der Freizeit für ihren Arbeitsort. Sie ist Mitglied der Gruppe FLAKon (Frauen in Lokaler Agenda und Konversion). Deren aktuelles Projekt ist es, die „Angsträume“ für Frauen in der Stadt aufzuzeigen. Plätze und Bereich so zu gestalten, dass Frauen sich dort sicher bewegen und aufhalten können. Fit hält sie sich durch Step-Aerobic und Inlineskaten. Beim Abschalten und Entspannen begleitet sie bei ausgedehnten Spaziergängen ihr irischer Setter „Celin“.

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