Menschen in der Stadtverwaltung

Iris Porth (Sozialamt): Ein-Euro-Jobs: „Zusätzlichkeit“ wird kontrolliert

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Nach diesem Prinzip arbeitet Iris Porth, im Sozialamt für den Bereich „Hilfe zur Arbeit“ zuständig. Sie vermittelt „zusätzliche Arbeitsgelegenheiten“, so genannte Ein-Euro-Jobs. Dass die Arbeiten auch, wie im Gesetz vorgeschrieben, nur zusätzlicher Natur sind, davon überzeugt sie sich in persönlichen Gesprächen, die sie in ihrem Büro mit den vermittelten Arbeitskräften führt und bei Besuchen am Arbeitsplatz. „Da gab es am Anfang Arbeitgeber, die den Begriff Zusätzlichkeit sehr großzügig ausdehnten und den zweiten oder gar dritten Gehilfen für den Hausmeister anforderten“. Doch dem schiebt die Verwaltung einen Riegel vor und lehnt Vermittlungen in diesen Fällen ab. „Dadurch soll keine regulären Arbeitsplätze vernichtet, sondern im Idealfall sogar neue geschaffen werden“, betont sie. Sie kann dabei auch auf eine Erfolgsquote verweisen. Im vergangenen Jahr mündeten rund 30 von etwa 300 Ein-Euro-Jobs in unbefristete Anstellung oder zumindest in einen Zeitvertrag, weil Arbeitgeber wie Kliniken oder Altenheime mit den Leistungen sehr zufrieden waren. Im ersten Halbjahr 2006 werden es über 100 Zuweisungen sein. Mit dieser Größenordnung ist im zweiten Halbjahr zu rechnen. Hilfskräfte werden auch an soziale Einrichtungen wie Frauenhaus und Frauentreff bzw. an die jüdische Kultusgemeinde und das Tierheim vermittelt. Die Stadt selbst beschäftigt Ein-Euro-Jobber, sei es beim Bauhof oder als Parkwächter bzw. Cityhelfer. Auch hier gelten strenge Kriterien. „Wie der Betriebsrat in der freien Wirtschaft achtet auch der Personalrat sehr genau darauf, dass dadurch kein Arbeitsplatz ersetzt wird oder wegfällt.“ Die Stadt ist einer von über 30 Trägern, die sich nach Genehmigung durch die ARGE um diese Bezieher von Arbeitslosengeld II kümmern.

In ihren Sprechstunden, montags und donnerstags von 8.30 bis 11.30 Uhr, klärt Iris Porth auch ab, für welche Jobs die Arbeitslosen in Frage kommen. „Meistens sind es Ungelernte. Es sind aber auch Akademiker dabei.“ Es bekommen auch Klienten eine Chance, die von anderen Trägern abgewiesen wurden. „Es handelt sich hierbei ja auch um Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, deren Arbeitsfähigkeit erhalten werden soll“.

Ein weiteres großes Feld sind die Begleitung von rund 100 Jugendlichen und Schülern in drei Maßnahmen wie, Fit für den Job, creAktiv und AbS. Hier fungiert Sie als Anlaufstelle für die Jugendlichen, als Lotse, wenn es um Betriebe und Qualifizierungsplätze geht. Sie rechnet diese Maßnahmen auch mit der Agentur für Arbeit bzw. mit dem Europäischen Sozialfond ab. Der Erfolg beider Aufgabenfelder ist weitgehend zurückzuführen auf die guten Kontakte zu den Einsatzstellen, zu den Qualifizierungsträgern und zu den Mitarbeitern der ARGE, wobei vor allem die Vertrauensbasis bei diesen schwierigen Aufgaben im Vordergrund steht.

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