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Eine Arbeit hinter den Kulissen der Verwaltung, ohne direkten Kontakt mit dem „Kunden“, dem Bürger. „Das ist nichts für mich“, erzählt Silvia Hofmann. Sie ist im Sozialamt für die Bearbeitung der Wohngeldanträge zuständig. Doch zuerst steht die Beratung im persönlichen Gespräch an. Dafür wendet sie mindestens 50 Prozent ihrer Arbeitzeit auf. Täglich von 8.30 Uhr bis 12 Uhr, außer Dienstag, hat sie Sprechstunde. Bis zu zwölf Menschen melden sich an. Auch für den Nachmittag können Termine vereinbart werden. „Danke, Sie haben mir sehr weitergeholfen“, heißt es nicht selten zum Abschied. Seit der Einführung des Arbeitslosengeldes II (Hartz IV) verweist Silvia Hofmann viele an die ARGE, nicht aber ohne über die Leistungsansprüche aufgeklärt zu haben. Die Fallzahlen sind von 1490 auf rund 600 gesunken, weil bei erwerbsfähigen Arbeitslosen die Kosten für Unterkunft im ALG II enthalten sind. Doch auch vielen Menschen mit einem Arbeitsplatz steht Wohngeld zu. Es dient der wirtschaftlichen Sicherung eines angemessenen und familiengerechten Wohnens, wie es im Gesetz heißt. Im vergangenen Jahr überwies die Stadtverwaltung rund 722.000 Euro. Der Wohngeldzuschuss gilt übrigens auch für Eigentum. Die Höchstgrenze für eine vierköpfige Familie liegt bei einem bereinigten Einkommen von 1.730 Euro im Monat. Vom Brutto werden noch 30 Prozent Steuer und Sozialabgaben rausgerechnet. Beispiel: Bleiben bei einer vierköpfigen Familie 1300 Euro als Berechnungsgrundlage, differiert die Höhe des Zuschusses je nach Quadratmeterpreis, Ausstattung und Baujahr der Wohnung, zwischen 13 und 144 Euro.
Besonders dankbar sind Rentner bzw. Rentnerinnen, dass sich jemand Zeit für sie nimmt, dem sie ihr Herz ausschütten können. „Häufig bekomme ich erzählt, dass sich die Kinder nicht mehr genügend um sie kümmern.“ Aber auch Familienväter berichten von ihren Sorgen und Nöten, beispielsweise von Mietrückständen. „Ich versuche, mich in die Lage dieser Menschen zu versetzen.“ Dies gelingt ihr offenbar ganz gut. Denn „sie kommen oft mit Herzklopfen und gehen erleichtert nach Hause.“ Zuweilen wird sie nach Wohnungen gefragt. In diesen Fällen gibt sie die Liste mit den Namen und Telefonnummern der Wohnungsbaugesellschaften mit oder vermittelt in besonders prekären Fällen, in denen Obdachlosigkeit droht, an den zuständigen Kollegen im Amt.
Die 47-Jährige gehört zu den Erfahrenen im Team des Sozialamtes. Sie arbeitet dort seit Beginn ihrer Ausbildung im Jahre 1976 und ist seit 1992 für Wohngeldanträge zuständig. Mit Ehemann und Sohn (15) wohnt sie in Wallhausen und liebt die Arbeit im großen Garten. Ihr zweites Hobby ist das Singen im Schüler-Eltern-Lehrer-Chor am Gymnasium Römerkastell. |