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In dieser Woche bekamen 1475 Hundehalter Post von der städtischen Kämmerei. Für Fiffi, Bello oder Senta sind in diesem Jahr 60 statt 55,20 Euro zahlen. Walter Kis rechnet nicht damit, dass es zu großen Protesten kommt. Der Verwaltungsangestellte arbeitet seit seinem dritten Lehrjahr, seit 1968, im Steueramt. Seither hat er noch keine schlechte Erfahrungen mit Hundebesitzern gemacht. Das gilt jedoch nicht für die Vierbeiner. Im vergangenen Jahr hat ihm der Hund einer Nachbarin in den rechten Arm gebissen. „Ohne Vorwarnung“. Kis ist nicht nachtragend. Dass die Besitzerin das Tier hat einschläfern lassen, tut ihm sogar leid. „Das hätte ich nie verlangt. Aber der Hund war ohnehin nicht mehr gesund.. Er litt unter Schmerzen“.
Die Hundemarke 2006 ist golden. Die Farbe wechselt jährlich „In Wahljahren vermeiden wir rot und schwarz“. Denn das könnte ja als politische Werbung ausgelegt werden. Wie ernst es so manchem mit diesen Äußerlichkeiten ist, verdeutlicht eine Anekdote aus dem langen Berufsleben von Walter Kis. „Da hat sich doch tatsächlich mal eine Frau bei mir beschwert, dass die Farbe der Hundemarke nicht zu ihrem Sommerkleid passt“. Größere Differenzen mit Bürgern gab es für Kis bislang glücklicherweise nicht. „Die einzige Dienstaufsichtsbeschwerde in den 41 Jahren wurde sofort eingestellt“.
Nicht nur für die Hundesteuer ist Walter Kis zuständig. In sein Arbeitsfeld fallen auch die Vergnügungssteuer, die Gebührenbescheide für Schmutz- und Niederschlagswasser. sowie Grundbesitzabgaben, ein Bereich, den er sich mit den Kolleginnen Britta Butzbach und Sylvia Jost teilt.
Bis 1987 war die Fassenacht auch amtlicherseits eine ernste Angelegenheit. Für die Sitzungen und Maskenbälle mussten die Vereine Vergnügungsteuer bezahlen. Im Zimmer von Kis stand eine Rollenbilletmaschine für die Steuermärkchen, die ausgegeben wurden. „Die Maschine steht mittlerweile im Stadtarchiv“. Besteuert wird nur noch das Vergnügen an den Automaten. In den Gaststätten und Spielhallen der Stadt locken über 200 Glückspiel- und weitere 120 Unterhaltungsautomaten (Dart, Billard, Flipper etc.). Diese Steuer, die von den Aufstellern gezahlt wird, beschert der Stadtkasse Einnahmen von 220.000 Euro. Für 2006 werden die Einnahmen der Hundesteuer mit 79.000 Euro veranschlagt.
35 Jahre lang war Walter Kis mit „Leib und Seele“ Eintrachtler. Er half bei den Spielen des Fußballtraditionsvereins am Grillstand mit. „Ich bin zwar im Herzen noch immer dabei“. Aber viel Freizeit am Wochenende verbringt der 54-Jährige mit Enkeltochter Vanessa (4). Die Kleine spielt mittlerweile im Leben des zweifachen Vaters eine Hauptrolle. |