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Der Tod gehört zum Leben. Er ist auch im Alltag von Christine Senft-Witt gegenwärtig. Die Mitarbeiterin der Friedhofsverwaltung begleitet Menschen, die ihre Angehörigen vor der Beerdigung noch einmal sehen möchten. Oft sind es Menschen, die von weither gekommen sind, um Abschied zu nehmen. Berührt ist sie als Mutter eines sechs Jahre alten Sohnes beim Tod von Kindern. „Da hab auch ich manchmal mit den Tränen zu kämpfen“. Das gute Betriebsklima in der Friedhofsverwaltung unter den insgesamt zehn Beschäftigten hilft ihr, die Arbeit nicht zu schwer zu nehmen und nach Feierabend auch mal abschalten zu können.
Zwölf Jahre lang war Christine Senft-Witt die Sekretärin des damaligen Oberbürgermeisters Rolf Ebbeke. Dann folgte nach der Geburt des Sohnes Robin im Jahr 1999 ein Erziehungsurlaub. Seit drei Jahren arbeitet sie wieder halbtags auf der Friedhofsverwaltung. Dort schreibt sie die Gebührenbescheide, vereinbart mit den Bestattern die Termine und kümmert sich um Sonderwünsche für Trauerfeiern: Kondolenzlisten, Dekoration, ein Platz für ein Foto des oder der Verstorbenen oder eine Mikrofonlage für Beerdigungen prominenter Zeitgenossen. „Detektivischen Spürsinn“ beweist sie, wenn Angehörige sich nicht mehr um die Pflege der Gräber kümmern und sich nicht mehr melden „In 90 Prozent der Fälle werde ich bei der Adressensuche fündig“. Die Zahl der verwahrlosten Gräber steigt immer mehr, regelmäßig werden 200 bis 300 der Angehörigen angeschrieben und angemahnt. Nutzt dies alles nichts, werden die Gräber nach einer bestimmten Frist und öffentlichen Aufrufen abgeräumt und mit Rindenmulch abgestreut. „Nutzungsrechte abgelaufen“. Rote Schilder mit dieser Aufschrift mahnen auf den Gräbern, dass es Zeit ist, zu verlängern oder zu kündigen. Auch die Klärung dieser Frage kostet Christine Senft-Witt häufig viel Zeit.
Aus privaten Gründen zog sie 1988 aus dem hohen Norden in den Südwesten. Geboren und aufgewachsen ist sie in Schenefeld in der Nähe von Hamburg. Sie lernte Stefan Senft kennen und gehört seit ihrer Heirat im Jahr 1998 ganz offiziell zu einer der bekanntesten und erfolgreichsten Sportlerfamilien der Stadt. „Mein Mann ist mit dem Paddel auf die Welt gekommen“, lacht sie. Stefan Senft ist ein erfolgreicher Slalom-Kanute und Trainer des RKV. Mit dem ganzen Senft-Clan und den vielen Sportfans der Stadt freute sie sich zuletzt über den Weltmeister-Titel, den Schwager Michael mit seinem Partner Christian Bahmann in Sydney im Canadier-Zweier holte. |