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Mitten in der Nacht beginnt für Timo Becker der Arbeitstag. Um 2.40 Uhr klingelt der Wecker. Schon auf dem Weg von Callbach zum Bauhofgelände in der Bad Kreuznacher Schlachthofstraße weiß der 39-Jährige, ob die Kollegen für den Streu- und Räumdienst aus den Betten geholt werden müssen. „Ich hab schon mal zwischen Hallgarten und Feilbingert einen Wagen aus dem Graben gezogen“. Während des Winterdienstes fährt Timo Becker ab 3.30 Uhr mit dem Unimog auf Bad Kreuznachs Straßen Kontrolle, macht Bremsproben und testet die Streufunktionen. Diesen Dienst teilt er sich wochenweise mit seinen Kollegen Michael Mückenhoff, Alfred Dindorf, Harry Behrens und Raimund Fash. In einer Stunde sind 60 Kilometer Straßen im Stadtgebiet abgefahren. Vier Bauhofmitarbeiter haben Bereitschaft. Meldet der Wetterdienst Temperaturen um den Gefrierpunkt, ist mit Einsätzen auf den Straßen zu rechnen. Im milden Winter 2006 musste die bis zu 60köpfige Mannschaft zwei Mal ausrücken, ganz anders im strengen Winter 2005, wo fast jeden Tag die Fahrzeuge streuen und räumen mussten.
Seit Dienstag, 19. Dezember, wurde im Stadtgebiet auf den Brücken und im Ledderhoserweg gestreut. Becker und seine Kollegen hingegen sind seit dem Beginn des Winterdienstplanes, dem 13. November, fast durchgehend im Einsatz, auch an den Wochenenden. Dieser Job ist auch eine große Belastung für die Familie. „Verlasse ich das Haus, ist auch der Schlaf für meine Frau oft vorbei“. Aus Sorge, dass ihrem Mann bei den nicht ganz ungefährlichen Einsätzen auf glatten Straßen etwas passieren könnte. Seit 1989 arbeitet der stellvertretende Sachgebietsleiter Straßenunterhaltung beim Bauhof. In all den Jahren gab es noch keinen Unfall, aber so manch brenzlige Situation, die er aber immer gut meisterte. Dafür sorgt auch ein Fahrsicherheitstraining, das es zuletzt 2006 für die Bauhofmitarbeiter auf der Pfingstwiese gab.
Sollten in diesem Winter Schnee und Eis den Autofahrern das Leben schwer machen, hat er einen Rat bzw. eine Bitte. „Fahren Sie erst los, wenn wir die Straßen geräumt haben.“ Im Winter vor zwei Jahren hatten liegen gebliebene Autos die Streudienste blockiert und dadurch das Verkehrschaos noch verstärkt. Doch in einem Punkt sind die Autofahrer vernünftiger und verantwortungsbewusster geworden: „Immer mehr lassen Winterreifen aufziehen:“
Timo Becker und seine Kollegen müssen auch die Folgen von Zerstörungswut beheben: Verschwundene Gullydeckel oder umgeknickte Verkehrzeichen. „Diese Schäden zu beheben kostet die Stadt jedes Jahr immens viel Geld“, so Becker.
Das Ende der anstrengenden Nachtschichten mit Streueinsätzen, die zuweilen bis in den Nachmittag hinein andauern, bedeutet für den Vater eines Mädchen (13) und eines Jungen (10) wieder mehr Zeit für seine Familie, für die Hobbies Fußball und Radfahren sowie für sein Engagement bei der freiwilligen Feuerwehr Meisenheim. |