Menschen in der Stadtverwaltung

Stadionmeister Klaus-Dieter Lorenz (Amt für Schulen, Kultur und Sport) muss für vieles gewappnet sein

Ein Stadionmeister muss sehr flexibel sein. Das betrifft nicht nur seine Arbeitszeit, die sich in einem Korridor von 7 bis 22 Uhr bewegt, auch an Wochenenden. Er muss für viele Probleme des Sport-Alltags gewappnet sein, wenn die Dusche in der Umkleidekabine streikt oder der Strom im Stadion ausfällt. Im Notfall muss er Verbandskasten und Erste-Hilfe-Koffer parat haben: Salbe für den Bienenstich, Pflaster für Schürfwunden oder Eiswürfel bei geschwollenen Knöcheln. Im Moebusstadion ist Klaus-Dieter Lorenz der Ansprechpartner für die 20 Fußballmannschaften, von den Bambini bis zu den Alten Herren, für die Betriebskicker, für die Leichtathleten und für die Schulen, die die Anlagen für ihren Sportunterricht und für die Bundesjugendspiele nutzen. Er koordiniert zudem die Termine für Training und Spiele mit den Vereinen und dem für den Sport zuständigen Mitarbeiter der Verwaltung, Stefan Reithofer. Mit dem Bauhof spricht er die Pflege der Rasenplätze und Grünanlagen ab. Unterstützt wird er zudem von zwei Mitarbeitern und einer Reinigungskraft. Beim Mähen des Hauptrasens im Stadion setzt er sich auch selbst aufs Gerät und sorgt für ein „schönes Schnittbild“, denn im August rollt wieder der Ball in der Fußball-Oberliga Südwest. „Die Eintracht wird es nicht leicht haben“, drückt er natürlich die Daumen, dass es nicht wieder so eine Zittersaison gibt wie zuletzt.

Der 50 Jahre alte Vater von zwei erwachsenen Kindern ist seit 2002 Stadionmeister. Zuvor arbeitete er in der Sicherheitskontrolle des Flughafens Frankfurt. Die weiten Strecken, die er von seiner Heimatgemeinde Seibersbach zu seinem Arbeitsplatz im Rhein-Main-Gebiet zurücklegen musste, waren ein Grund, sich für diese Stelle zu bewerben. Sein ruhiges Wesen hilft ihm sehr dabei, wenn die „Hitzeblitze unter den Fußballern“ bei ihm Dampf ablassen. „Da wird zwar auch mal gemeckert, wenn die Plätze für ein paar Wochen wegen der Regeneration gesperrt werden müssen. Aber dann sind doch alle froh, wenn sie zum Trainingsauftakt vor Saisonbeginn wieder in tadellosem Zustand sind.“ Für Hobbys hat Lorenz wenig Zeit. Nur von Mitte Dezember bis Ende Januar ruht der Betrieb im Stadion. Dann geht er mit den Sonnwaldwanderern von Dörrebach auf Tour. Einen großen Traum hat er sich vor drei Jahren erfüllt. Bei schönem Wetter düst er mit seinem Trike von Seibersbach nach Bad Kreuznach. Dort parkt er das imposante 50 PS starke Gefährt auf drei Rädern vor dem Stadion. Nur ein Mal drehte er damit in der Sportarena seine Runden. Hinter ihm stand ein Kameramann, der für einen Fernsehbeitrag den Lauf einer Schauspielerin filmte.

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