Menschen in der Stadtverwaltung

Maria Moßbacher (Standesamt): Archiv ist Fundstelle für Ahnenforscher

Wann wurde mein Ur-Ur-Großvater geboren? Wann heiratete er? Wann starb er? Die Spurensuche der eigenen Familiengeschichte führt häufig in das Standesamt Bad Kreuznach. Urkunden, die das Leben und Sterben von Bürgern dokumentieren, werden dort aufbewahrt. Eine kostbare und immer häufig geschätzte Fundstelle für Ahnenforscher, denn die amtlichen Unterlagen gehen bis ins das Jahr 1798 zurück. Interessenten, die beim Standesamt vorstellig werden, dürfen nicht selbst in den alten Büchern blättern. „Datenschutz“, nennt Maria Moßbacher dafür als Hauptgrund. Auskünfte gibt es grundsätzlich nur über Vorfahren aus der direkten Linie. Die Verwaltungsfachangestellte arbeitet seit 1993 im Standesamt. Wie ihre Kollegen und Kolleginnen beurkundet sie Geburt, Heirat und Tod und traut als Standesbeamtin auch Paare. Das Archiv des Standesamtes wächst pro Jahr um drei Geburtsbücher (rund 1500 Geburten), zwei Sterbebücher (900 Sterbefälle) und um ein Heiratsbuch (280 Trauungen). Aus diesen Quellen schöpft sie die Informationen, um die Menschen aus aller Welt das Standesamt bitten, sogar aus dem Vatikan. Oft sind es Nachfahren von Bad Kreuznachern, die ausgewandert sind, sei es um 1820 nach Brasilien oder später nach Amerika. „Alle zwei Jahre kommt ein Australier in seinem Urlaub nach Deutschland hat jedes Mal neue Informationen über seine Vorfahren im Rucksack“, erzählt Maria Moßbacher. Am Anfang sind die Informationen häufig sehr vage, so ist nur das ungefähre Todesdatum oder nur der Rufname wie Käthchen bekannt. Im Laufe der Jahre konkretisieren sich die Hinweise, so dass die gesuchten Urkunden auch gefunden werden. Die Recherchen kosten je nach Aufwand zwischen 17 und 55 Euro Gebühr, jede unbeglaubigte Urkunde fünf, jede beglaubigte sieben Euro. In vielen Fällen sind auch Nachlässe und Erbschaftsfragen zu klären, beispielsweise bei Grundstücken oder Wohnrechten. Existieren noch Halbgeschwister oder andere Verwandte, die eventuell Ansprüche haben. „Wer etwas über seine Familie vor 1798 wissen möchte, muss sich an die Kirchengemeinden wenden.“

Im Archiv ist auch die Heiratsurkunde von Karl Marx und Jenny von Westfalen abgelegt. Ihr ist zu entnehmen, dass die beiden am 19. Juni 1843 um 10 Uhr auf dem Standesamt erschienen sind. Die Trauung nahm damals Bürgermeister Franz Buß vor. Der Verfasser des kommunistischen Manifestes hat die Urkunde mit Dr. Karl Marx unterschrieben.

Zu Beginn ihrer Arbeit beim Standesamt, vor 13 Jahren, hat sich Maria Moßbacher sehr intensiv mit ihrer Aufgabe beschäftigt. Dies betrifft insbesondere das Thema Tod. „Ich habe mit bei Bestattern erkundigt, habe mir ein Krematorium angeschaut.“ Sie rät allen Menschen, sich rechtzeitig mit dem Sterben auseinanderzusetzen, das Lebensende nicht zu verdrängen und alles Notwendige zu regeln. „Dafür ist es nicht zu früh“, sagt die 52-Jährige, die eine erwachsene Tochter (23) hat und mit ihrem Ehemann in Bockenau lebt. Neben der Gartenarbeit, sie hat eine Vorliebe für Orchideen, und dem Besuch von Theater- und Musical-Aufführungen hat Maria Moßbacher noch ein weiteres Hobby. Nach dem Auszug ihrer Tochter die Kleintiere wie Vögel und Meerschweinchen zu versorgen.

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