Menschen in der Stadtverwaltung

Baumkontrolleur Sebastian Huck: Hobby zum Beruf gemacht

Über den Gesundheitszustand der städtischen Bäume weiß keiner so gut Bescheid wie Sebastian Huck. Der 28-jährige Diplom-Ingenieur für Landespflege ist zwar erst seit 1. April in Diensten des Amtes für Grünflächen und Umwelt. Aber als Baumkontrolleur hat er täglich „Tuchfühlung“. Leiden Stamm und Wurzel an Fäule, wie ist es mit der Vitalität der Kronen bestellt? Nach der visuellen Kontrolle misst er bei Verdachtsmomenten mit einem Bohrwiderstandsmessgerät (Resistograf) den Widerstand des Holzes, überprüft die Verkehrssicherheit, stellt die Diagnose und tippt die Daten in einen Taschencomputer. Rund 100 Bäume sind es täglich, die er auf seinen Touren durch die Parks, Grünanlagen und Straßen unter die Lupe nimmt. Zurück im Büro schreibt er die Aufträge an den Bauhof, dessen Mitarbeiter dann das Totholz beseitigen, Kronen sichern oder auch Bäume fällen müssen. Die Bilanz des Jahres 2004: Unter den 520 Aufträgen waren 55, die das Ende eines Baumes bedeuteten, weil er abgestorben oder nicht mehr standsicher war.

Etwa ein Drittel der rund 10.000 Stadtbäume werden als gesund eingestuft. Rund 4000 gelten als leicht, knapp 2000 als mittel, 430 als stark und 70 als sehr stark geschädigt. Der Methusalem unter den Riesen, eine Eiche auf dem Hauptfriedhof im Bereich des Ehrenfriedhofes 1914-1918 hat immerhin über 200 Jahren allen Stürmen und Krisen standgehalten. „Tendenziell hat sich der Zustand der Stadtbäume in den letzten Jahren etwas verschlechtert“, so Amtsleiter Thomas Fischer. Hauptursache ist die Trockenheit der vergangenen drei Jahre, aber auch der Raupenfraß . Stadtbäume haben es ohnehin schwer. Durch die starke Versiegelung haben sie wenig Platz sich zu entwickeln, stoßen an ihre Grenzen und drohen dadurch zu verkümmern. Außerdem sind sie als Schattenspender und wegen ihres Blätterfalles im Herbst nicht bei allen Anwohnern beliebt. So muss Baumkontrolleur Huck bei Beschwerden häufig ausrücken und sich zum Teil heftigen Kontroversen stellen.

„Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, beschreibt Sebastian Huck seine glückliche Lage. Zuhause in Sein (Kreis Birkenfeld) betreibt und pflegt der Junggeselle in seinem Privatwald eine kleine Weihnachtsbaumkultur. Die weite Anfahrt will er aber nicht mehr lange auf sich nehmen und sucht nach dem Ende seiner Probezeit ein Quartier für die Werktage. Am Wochenende zieht es ihn wieder nach Hause zu den Bäumen und zu seinen Fußballkameraden. Denn Huck spielt für die SG Oberreidenbach/Sein in der Kreisliga.

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